Ankunft in HH Fuhlsbüttel

Geschafft, nach mehr als 24 Stunden auf den Beinen haben wir die beiden Braungebrannten um 9.10 Uhr in Hamburg Fuhlsbüttel doch wiedererkannt und in die Arme genommen. Nach einem gemeinsamen Frühstück wird nun erstmal das Jetlag auskuriert.  :)

Willkommen zurück, wir freuen uns!

Ao Nang 


Die zweite Hälfte unserer Tage auf Phi Phi Island ist von der beginnenden Regenzeit geprägt. Gewaltige Gewitter, Zyklone und Sturmböen treffen pünktlich gegen Mittag ein und fegen Palmwedel, Kokosnüsse, Äste und sogar Plastikmöbel durch die Luft, das Meer schwämmt viel Unrat an und die Resort-Angestellten haben permanent  mit Säuberungs- und Aufräumungsarbeiten zu tun. Das Schauspiel dauert immer nur ein bis zwei Stunden, dann wird es wieder ganz nett. Auch unsere Überfahrt nach Krabi beginnt recht feucht, aber wir bekommen Regenzeug und das Gepäck wird eingepräsert. Die Fähre ist brechend voll und wir erleben erstmals das Ausbooten von Urlaubern mit ihrem Gepäck inmitten der unruhigen See etwa 20 Minuten vor Ao Nang. Das ist alles andere als ungefährlich und eine Frau ist fast über Bord gefallen, ich möchte nicht wissen, wie viele Blutergüsse das Resultat dieses Umsteigens in die berühmten Langschwanzboote sind. Da wir am Anleger mal wieder in sechster Reihe liegen und über alle Boote klettern müssen, gebe ich das „entsetzte schwache Weibchen“ und mein Riesenkoffer wird von einem jungen Kerl der Besatzung getragen, so gehört sich das auch! Wir sind dann auch die Einzigen, die nicht in die offenen „Stadtbusse“ klettern müssen, sondern im PKW zum Pakasai Resort gefahren werden – haben wir in Australien auch teuer bezahlt (eine Nacht im Holiday Inn auf Phi Phi in Deutschland gebucht kostet 70€, in  Sydney gebucht 160€, Australien ist eben wirklich ein sehr reiches Land). Das empfohlene Resort liegt zwar wie erwartet am Berg, ist aber unendlich größer als wir gedacht haben und auch direkt in Ao Nang und nahe des Strandes. Der Empfang ist wie überall in Thailand freundlich und wird von ausgesprochen schönen Frauen übernommen. Wir haben einen „de luxe Room“ gebucht und steigen zunächst die vielen Stufen den Berg hoch zum Haus 311. Glücklicherweise tragen zwei Angestellte das Gepäck, es geht durch einen urwaldartig angelegten Parkabschnitt, an stehendem Gewässer entlang zum ebenerdig  liegenden Zimmer, welches selber wirklich toll eingerichtet, geräumig und mit großem Bad versehen ist. Aber die Terrasse mitten im dunklen Gebüsch, dadurch stockfinster im Zimmer, und natürlich Moskitos bis zum Supergau. Jürgi greift sofort zum Telefon und bittet um ein anderes Zimmer. Wir wieder runter zur Rezeption und unsere Buchungsunterlagen auf den Tisch gelegt und ganz klar gesagt, dass wir diese Unterkunft für die gebuchte Kategorie nicht akzeptieren. Da versucht man uns erst mal zu erzählen, dass nicht de luxe, sondern „adora“ hier die höchste Kategorie wäre, wir natürlich  upgraden könnten, oder übermorgen ein Zimmer ganz oben frei würde, das lehnte mein Schatz ab und verlangte das Management – und siehe da, plötzlich ging es sofort und wir sind 125 Stufen nach oben bis in luftige Höhen gestiegen und hatten von dort eine  herrlichen Blick auf die Bucht und vor allem Licht und Luft und keine Moskitoinvasion mehr. Ich habe meinen Mann geküsst und war überglücklich. Die schöne Aussicht lässt uns nun täglich den Berg mehrfach japsend auf- und absteigen, über den Muskelkater in Po und Beinen reden wir lieber nicht, aber wir genießen es sehr, in Ruhe auf dem schönen Balkon zu sitzen. Die ersten beiden Abende haben wir im Hotelrestaurant gegessen, aber da bekommt man einen Einsamkeitsschock, wir waren am Freitag zu sechst und den zweiten Abend tatsächlich ganz allein! Dafür sind die unzähligen Restaurants entlang der Beachroad voll und dazwischen Verkaufsstände mit allem möglichen Trödel. Der Höhepunkt ist aber zweifellos die Vielfältigkeit an Mopeds, oder das, was man hier so nennt. Tuk tuks kennt man schon, aber es gibt Mopeds mit angeschweißten Sitzbänken (nach dem Beiwagenprinzip), da sitzen dann bis zu 5 Personen auf Schulbänken plus Fahrer. Erschrocken waren wir darüber, dass man kleine Plastikkinderstühlchen vor den Fahrer klemmt, darauf so ein Zwerg, der sich nur am Spiegel festhalten kann. Außerdem mit Sonnen-/Regenschirm aufgespannt während der Fahrt und vieles mehr, für uns Mitteleuropäer unvorstellbar. Aber Jürgen hat sich spontan in die Beiwagenvariante verliebt.

Ao Nang   Ao Nang   Ao Nang

Unsere abendlichen Spaziergänge sind ebenso ernüchternd wie die am Tage, denn wir registrieren unerwartet viele leer stehende und inzwischen verfallende Hotels und Großdiskotheken, einen trostlosen Strand und Probleme mit dem Müll und den Abwässern, die buchstäblich zum Himmel stinken. Ein ganz gut deutsch sprechender Thailänder erzählt uns, dass die Wirtschaft des Landes große Probleme hätte und es stark abwärts ginge, weil auch viele Touristen weg blieben - eine immer wiederkehrende Spirale, wie wir finden. Noch sind die vielen kleineren Inseln ein Ziel für Schnorchler und Taucher, aber diese riesigen Anlagen der 80iger und 90iger Jahre haben wohl keine Zukunft. Wir werden die letzten Tage unserer langen Reise ruhig angehen und sind voller Freude auf unser zu Hause und auf euch und stimmen das fröhliche Lied an:
„ Einmal noch nach Bombay, einmal nach Hawaii, einmal noch nach Rio, wieder nach Shanghai. Einmal durch den Suez und durch den Panama, wieder nach Sankt Pauli, Hamburg- Altona.“

Ao Nang

Phi Phi Island    Phi Phi Island   Phi Phi Island 

In Krabi am Fähranleger müssen wir 3,5 Stunden warten, denn es fahren offensichtlich nur zweimal täglich Fähren auf die kleine Insel. Aber wir haben ja Gelassenheit gelernt und auf den Flughäfen „Die Zeit" und die „Süddeutsche" erstanden, da kann man endlich wieder genussvoll lesen. In Phi Phi werden wir vom Anleger abgeholt und per „Langschwanzboot" in das Holiday Inn am Ende der Insel gefahren, weg von den lauten Backpacker Unterkünften der vielen jungen Leute an den ersten Buchten hin zum ruhigen Strand der Anlage. Es ist wirklich ein kleines Stückchen „Paradies des letzten Jahunderts", smaragdblaues phi phi warmes Wasser, feinster weißer Sand, einzelne kleine Bungalows mit Deck im Palmengarten, Restaurants und Bar mit leckeren Cocktails, freundliches und zuvorkommendes Personal und vieles mehr. Auf der Insel gibt es keine Straßen, alles muss per Boot hergebracht werden, was auch die für Thailand ungewöhnlich hohen Preise erklärt. Wir lassen uns fallen und genießen es, Jürgen geht es in der sauberen Luft hier gleich wieder besser, unsere inneren Organe scheinen sich ebenfalls beruhigen zu wollen, schön! Da hinter unserem Bungalow ein Deck erneuert wird, sprechen wir mit dem Manager und erhalten am nächsten Tag ein anderes Häuschen, noch besser gelegen und auch neuer und als Entschuldigung ein sehr edles Tröpfchen Rotwein und einen Korb Obst, sehr nett, wie wir finden. Wer möchte, kann ein Langschwanzboot oder ein Schnellboot mieten und zum Schnorcheln, Tauchen oder Angeln an eine der vielen Buchten und kleinen Inseln um uns herum fahren. Wir beobachten wie Waren und unzählige Beutel Trinkwasser in Eisform abgeladen und in die Restaurants getragen werden, wie gefischt wird und am Ende der Bucht neue größere Bungalows gebaut werden. Die Kinder der Einheimischen helfen beim Servieren oder spielen Fußball am Strand, die jungen Männer sitzen in ihren Booten und warten auf Kundschaft, alles geht ohne Hektik mit viel Lachen und Spaß machen. Wir baden viel und bleiben im Schatten, während Unverbesserliche krebsrot in der Sonne braten, denen ist wirklich nicht mehr zu helfen. Die Moskitos sind ziemlich groß und hungrig nach unserem Blut, da muss der „Bushman" wieder herhalten und die Antihistamincreme Schlimmstes verhindern. Der „Sundowner" schließt den Tag. Vom „Deck" aus schauen wir dem emsigen Treiben der Boote nach, kommentieren ankommende und abfahrende Gäste, lästern schon mal über den, der da das Hemd der ukrainischen Fußballmannschaft an hat oder die russische Tussi, die gleichzeitig Laptop und Handy bedient und in der Bar die Füße auf den Tisch legt. Na ja, showtime eben. Letzte Nacht hat uns das zweite gewaltige Tropengewitter bei Atem gehalten. Da blitzt es stundenlang den Himmel taghell, der Donner lässt einen mit hochgezogenen Schultern erwartungsvoll staunen, der Regen bildet einen schier undurchsichtigen Vorhang. Das Meer ist am darauf folgenden Tag geschichtet, unten warm und oben drauf richtig kühl. Die low tide am Nachmittag lässt das Wasser weit zurück weichen, wir laufen bis zu den alten Korallenriffs, die längst abgestorben sind. Kleine Fische und Krabben flitzen in den verbliebenen Pfützen hin und her.

Da es auf der kleinen Insel kein Hinterland gibt, spielt sich das gesamte Leben am Strand ab. Die Regelmäßigkeit der Tagesabläufe ist erholsam und entspannend, wir genießen das sehr.

 

Bangkok, Flussfahrt 

Nach dem wunderbaren Frühstück im Hotel sind wir zu Fuß durch das Chinatown in Richtung Schiffsanleger unterwegs. Die Massen an Waren auf dem Fußweg und in den langen angrenzenden Geschäften sind unüberschaubar, dazu kommen die Gerüche der Konservierungsmittel gepaart mit dem heißen Dampf aus den Garküchen – da muss man ganz schnell durch. Am Anleger versuchen wir uns verständlich zu machen, was wohl nur teilweise gelingt. Jedenfalls kaufen wir zwei Tickets und warten auf ein Schiff. Eins ist brechend voll, aber dann haben wir Glück und erwischen ein wenig besetztes. Mit dem Ticket kann man einmal komplett rauf und wieder bis zum Ausgangspunkt 1 aller ablegenden Schiffe fahren. Dazu erzählt ein junger Mann in Englisch und Thai etwas zu den wichtigsten Gebäuden die wir passieren, zu den Hotels ebenso wie den historischen Tempeln. Der Fluss ist unglaublich schmutzig, alles wird direkt in ihm entsorgt, vom Gemüsemarkt über den Bauschutt bis zu den Abfällen der am Ufer befindlichen Wellblechhütten dort Lebender. Dennoch ist so eine Flussfahrt unheimlich interessant und vor allem der wesentlich schnellere und effektivere Weg um von A nach B zu kommen. Am Anleger 1 beginnt auch der Skytrain in das neue Geschäfts-Bangkok, das wir uns natürlich auch ansehen wollen. Da es Jürgen hier gesundheitlich nicht so gut geht, bleiben wir nur 2 Stunden in dem gewaltigen Einkaufszentrum, welches wirklich alles bisher Gesehene sprengt. Hier ist die Stadt auch sehr sauber und neu, sieht aber aus wie jede Metropole der Welt. Hier sind auch die meisten Hotels, weil man den kürzesten Weg zum shoppen und zu den vielfältigen Restaurants hat. Wir fragen uns, wie die vielen Menschen aus den Vorstädten morgens und abends transportiert werden, das muss wohl eine logistische Meisterleistung sein. Jedenfalls ist diese Stadt in alle vier Himmelsrichtungen gewachsen und viele alte Gebäude werden dem Bauboom weichen müssen, sie sind zum Teil jetzt schon leerstehend, was wir verwunderlich finden. Am Montagmorgen müssen wir schon um 5.30Uhr mit dem Taxi zum Flughafen, aber jetzt sind die Straßen nicht so voll und unser Fahrer in einer Geschwindigkeit unterwegs, die uns ganz still und klein werden lässt, offensichtlich sind 50km/h über der Höchstgeschwindigkeit kein Problem für ihn, nur für uns. Jedenfalls freuen wir uns auf die kleine Insel Kho Phi Phi und sind gespannt, wie das teuer in Sydney gebuchte Resort aussehen wird.

Bangkok     Bangkok   Bangkok 

Die letzten beiden Tage in Australien (Cairns und Sydney) haben wir mehr oder wenige nur reisend oder in den Hotels verbracht. In Cairns sind wir noch mal zum Strand, auch hier hat man ein großes Freibad mit Meerwasser und Liegewiesen angelegt, so dass man wenigstens den Eindruck hat, am Meer zu baden. Wir haben die schönen Pools der Hotels vorgezogen, auch wenn das Wasser im Vergleich recht kühl ist. Wegen des frühen Fluges nach Bangkok sind wir im 5-Sterne- Airporthotel geblieben (wo die vielen Sterne herkommen wissen nur die Hotelmanager…). Der Flug mit Thai ist sehr angenehm gewesen, es beginnt mit dem hübschen Outfit der Damen, dem schmackhaften Essen und Trinken und dem Platz im Flieger, beim Filmeschauen vergeht die Zeit recht schnell. Der Flughafen Bangkok ist sehr groß und übersichtlich, aber man muss schon gut zu Fuß sein bei der Weitläufigkeit. Bereits beim Taxistand wird einem bewusst, dass man in einer wuselnden heißen Großstadt ist, Taxen, so weit das Auge blicket und alles durchorganisiert. Wir erwischen einen kleinen alten Toyota, der große Koffer muss auf den Beifahrersitz, aber dann geht’s los. Schwarze Wolken am Himmel verkünden den bevorstehenden Wolkenbruch. Der Taxifahrer stürzt sich in das Gewimmel auf 8-spurigen Straßen und wir sind nur am Schauen. Wohnhäuser und auch Obdachlosenquartiere direkt an, unter und zwischen den Autobahnen, das ist schon heftig. Wir fahren fast eine Stunde, obwohl wir über den Highway (Bezahlstraße) fahren. Die Skyline ist so gewaltig, dass man sie gar nicht auf ein Foto bekommt. Diese Stadt hat schließlich 10 Millionen Einwohner, das ist ungeheuerlich, was da los ist. In der Innenstadt, wo unser Hotel liegt, geht nichts mehr, die Straßen sind heillos verstopft. Doch das ist hier der Normalzustand, wir können es vom 17. Stock unseres Hotels aus beobachten, denn wir haben einen kleinen Balkon zum Fluss hin, klasse! Durch die Zeitverschiebung sind wir ziemlich platt und genießen im 25. Stock ein Abendbrot im langsam drehenden Restaurant mit seinem beeindruckenden Ausblick rundum auf die Stadt. Nach ausreichend Schlaf stürzen wir uns in das Getümmel. Der Grand Palace mit dem königlichen Palast, der Thronhalle und dem Tempel des Smaragdbuddhas ist ein Erlebnis für die Sinne. So viel Schönheit, Farblichkeit und Pracht – was mag den Architekten der neuen Welt durch den Kopf gehen, wenn sie ihre Arbeit damit vergleichen? Auch die Bonsaigärten wirken in dieser Umgebung passend und schön. Das ästhetische Muster zeigt Ähnlichkeiten zu der europäischen Harmonia, wenngleich der Zugang zur Naturdarstellung und der Sichtbarkeit des Spirituellen kontrastreicher und reduzierter erscheint. Durch die Aufnahme mediterraner Architekturelemente in der kolonialen Zeit verliert die kulturelle Eigenheit leider ihre Prägnanz und Einheit.  Im Blick über die Stadt sind die Tempeldächer und Türme gegen die globale Betonglas-Skyline noch sichtbar und man fragt sich wie lange noch, bis sie im 25. Stock neben dem Pool ihre urbane Zeichenhaftigkeit verlieren werden.  Als die Hitze fast unerträglich wird, fahren wir todesmutig mit einem Tuck-tuck zurück zum Hotel, die Jungs fahren wie die Henker, quer zum Verkehrsstrom, auf der entgegen kommenden Spur, durch winzige Seitengassen. Die Luft ist dick, viele versuchen sie durch Atemmasken zu filtern, was kaum gelingt. Am schnellsten sind die wendigen Mopedfahrer, die sich überall durchwinden können. 

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